Treuchtlingen

Natur und Kultur erleben

Der Karlsgraben(1)

Ein Kulturdenkmal von europäischem Rang ist der Karlsgraben (lat. Fossa Carolina) am nördlichen Ortsrandvon Graben; er hat dem Dorf seinen Namen gegeben. Karl der Große wollte hier im Jahr 793 Donau und Rhein durch einen schiffbaren Kanal zwischen Altmühl und Rezat verbinden. Zielsicher wurde die Stelle ausgewählt, an der sich die beiden Stromsysteme bis auf knapp 1800 Meter nahe kommen und der höchste Punkt der Wasserscheide nur zwölf Meter über der Altmühl liegt.
Ob das Bestreben der karolingischen Wasserbauer ganz zum Ziel gelangte, ist umstritten. Historische Quellen berichten von lang anhaltenden Regenfällen und ungünstigen geologischen Bedingungen, die die Fertigstellung verhinderten, vor allem aber von politischen Gründen. Es ist jedoch ziemlich sicher, dass zumindest kurzfristig eine Verbindung der beiden Fluss-Systeme im Bereich der europäischen Talwasserscheide bestand und auch benutzt wurde.
Bei einem Spaziergang auf den mit Bäumen bewachsenen hohen Wällen kann man die Wasserfläche umrunden. Am Nordende des Grabens ist der Brunnen an der Europäischen Wasserscheide ein beliebtes Ziel. Er entlässt sein Wasser in zwei Rinnsale, zwischen denen er steht. Einer der schmalen Bäche fließt dem Karlsgraben und damit Altmühl und Donau zu, der andere der Schwäbischen Rezat und somit Rhein und Main entgegen. Einen Besuch wert ist die Karlsgraben-Ausstellung in einer ehemaligen Scheune im Dorf Sie entstand zur 1200-Jahr-Feier des Karlsgrabens im Jahr 1993.

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